
Fahrer des Teams


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Enduro - Der Sport
Der Begriff „Enduro" ist in den letzten Jahren zu
einem Allerweltsslogan geworden, mit dem in der motorsportlichen
Zweiradszene alles mögliche etikettiert wird.
Genau betrachtet, ist er aber nichts anderes als die moderne Bezeichnung
für den klassischen Motorradgeländesport, der sich wieder großer
Beliebtheit erfreut.
Dieser Zusammenhang erschließt sich eigentlich schon
durch den Ursprung des Wortes:
Enduro kommt aus dem Spanischen & lässt sich etwa mit hart machen,
ertragen, erdulden übersetzen. Damit sind die wichtigsten Stichworte
gefallen, denn laut international üblicher Definition ist Enduro eine
Motorsportdisziplin, bei der „die Zuverlässigkeit der Motorräder und das
Können der Fahrer" geprüft werden sollen.
Auf die Akteure warten konditionszehrende Langstreckendistanzen zwischen
150 & 300 Kilometer pro Wettkampftag !
Das Fahrzeug Enduro ist im wesentlichen nichts anderes
als eine Motocrossmaschine welche serienmäßig mit einer Lichtanlage
ausgestattet ist. Die Maschinen sind für den öffentlichen Straßenverkehr
zugelassen, d.h. betriebs- und verkehrssicher, ordnungsgemäß Haftpflicht
versichert, und geprüft. Selbstverständlich ist die
Fahrzeugcharakteristik dem Endurosport angepasst.
Daraus ergibt sich, dass so genannte Reiseenduros und
Mehrzylindermaschinen als Enduros begriffsmäßig eigentlich fehl am Platz
sind. Diese Art Motorrad gehört eher in den Bereich Tourenmotorrad oder
eventuell noch in den Rallyebereich. Um diese Bereiche zu umschreiben
oder näher zu bestimmen wurden im Laufe der Zeit Begriffe wie "Hard-Enduro",
"Soft-Enduro" oder ähnliches geschaffen.
Das Wort „Enduro“ steht aber nach wie vor für die
nachfolgende Beschreibung des Motorrad-Offroadsports:
Enduro fahren ist eine Querfeldeinrallye mit
Prüfungen, die die Spreu vom Weizen trennt. Insofern ist es gar nicht so
einfach, eine allgemein und für alle Zeiten gültige Definition des
Reglements zu geben. Bei Enduroveranstaltungen gilt es eine bestimmte
Strecke in einer vorgegebenen Sollzeit zu bewältigen. Ihre Einhaltung
wird durch Zeitkontrollen überwacht. Diese Zeiten sind so ausgelegt,
dass ein Fahrer, der sich nicht verfährt, oder der eine technische Panne
hat, sie gut einhalten kann.
Zumeist gibt es A und B-Zeiten, die je nach Wetterlage
verlangt werden. Klar, dass bei Regen die Zeiten nicht denen bei
Trockenheit entsprechen können. Die Entscheidung an sich fällt dann in
einer sogenannten Sonderprüfung. Im Gegensatz zum Moto-Cross darf aber
vorher nicht trainiert werden. Auch liegen Start und Ziel meist nicht
zusammen. Gefahren werden Ein- bzw Zweitagesveranstaltungen.
Bei der Mannschaftsmeisterschaft, den „Six-Days“ sind es, wie der Name
schon sagt, sechs Tage und zwischen 1200 und 1600km.
Im Endurosport gibt es hohe Starterzahlen mit oft über 300 Teilnehmern.
Da man immer neues Terrain befährt, ist es ratsam, nie an die absolute
Grenze des fahrerischen Könnens zu gehen, da immer mit Eventualitäten in
Form von Hindernissen aller Art gerechnet werden muss.
Die Krone des Geländesports war und ist nach wie vor
die Sechs-Tage Fahrt (Six-Days). Sie ist in erster Linie ein
Mannschaftswettbeweb.
Gewinner des Wettbewerbs ist die Mannschaft, bestehend aus 6 Fahrern,
von denen die meisten den Wettbewerb beenden.
Die erste ISDE - Veranstaltung wurde bereits 1913 auf Anregung eines
englischen Fahrrad- und Motorradproduzenten als Prüfung der
Zuverlässigkeit von Maschinen und Fahrern veranstaltet
Bei einem Motocross- Rennen ist die Wertung relativ
einfach. Alle fahren zusammen los, und die Wertung erfolgt nach dem
Zieleinlauf der Akteure.
Ganz anders sieht das bei einer Enduroveranstaltung aus. Da ist der, den
man als Zuschauer als ersten zu sehen bekommt, nicht unbedingt der
Tabellenführer. Die Fahrer haben nämlich je nach Art der Veranstaltung
ganz verschiedene Startzeiten und Zeitvorgaben.
Sogar der Fahrer selbst bekommt wenig vom Verlauf der Gesamtlage mit. Er
muss sich darauf konzentrieren, seine Zeitvorgaben genau einzuhalten und
pünktlich an den dafür vorgesehenen Kontrollstellen abzustempeln bzw.
diese zu passieren.
Bei Pannen am Motorrad, die vor Ort zu reparieren
sind, können diese Zeiten knapp werden, oder man kommt zu spät an die
Kontrolle. In diesem Fall gibt es Strafpunkte, die man bis zum bitteren
Ende behält. Die wiegen so schwer, dass auch die besten
Sonderprüfungszeiten dieses Manko nicht mehr wettmachen können.
Hält die Maschine und ist der Fahrer konditionell fit genug, stellen die
Zeiten zwischen den einzelnen Kontrollpunkten keine Probleme dar, so
dass sich die Veranstaltung bei den jeweiligen Sonderprüfungen
entscheidet.
Verfahren kann man sich natürlich auch, sollte aber
durch die Art der Beschilderung (genormte Schilder) nicht vorkommen.
Trotzdem gab es schon schwere Unfälle und Zusammenstöße von Fahrern weil
sich jemand verfahren hat und in der falschen Richtung unterwegs war.
Heute werden aus Gründen des Naturschutzes die ganz
tollen Strecken der früheren Jahre querfeldein oft nicht mehr genehmigt.
Selbst im motorsportfreundlichen Italien wird es immer schwerer
Enduroevents genehmigt zu bekommen.
Trotzdem gibt es immer noch eine Menge Möglichkeiten
diesen Sport auszuüben. Besonders beliebt sind die sogenannten „Mehrstunden-Endurorennen“.
Hier beträgt die Streckenlänge bis zu ca 40 km. Wer in einer bestimmten
Zeitvorgabe wie beispielsweise 3, 6 oder 10 Stunden die meisten Runden
gefahren ist, gewinnt das Rennen. Bei Rundengleichstand zählt die Zeit
der letzten Runde.
Der Start erfolg meist als Massenstart bei dem auf
Kommando alle Fahrer gleichzeitig in die Strecke starten.
Mit dem eigentlichen Reglement des Endurosports haben diese
Veranstaltungen eigentlich nichts zu tun. Die Streckenführungen sind
aber nach wie vor interessant und anspruchsvoll.
Viele Starter sind heutzutage schon froh, wenn sie überhaupt noch
irgendwo ausgiebig Enduro fahren können. Und solche Veranstaltungen
bieten die beste Möglichkeit dazu.
Endurofahren ist Leistungssport !
Text:
Mario Meissnitzer
www.enduro-austria.at sowie Textauszüge aus den Büchern "Enduro
Moto-Cross", Sportverlag Berlin 1990 und „Die Enduro-Fahrschule“,
Motor-Buch-Verlag 1991
